21.8.13

Nachwuchsprobleme

Im Kölner Stadtanzeiger steht ein lesenswerter Artikel über die Nachwuchsprobleme bei Übersetzern. Nur noch 8,4 Prozent der Übersetzer hierzulande sind unter 35, vollkommen zurecht vermutet der Oberpropeller des Verbands deutscher Übersetzer, dass wirtschaftliche Gründe dafür verantwortlich sind. 1000 Euro netto verdient ein Übersetzer hierzulande im Schnitt, wer mutet sich ein solches Leben freiwillig zu?

Ein paar Menschen gibt's trotzdem noch, die neu in das Metier einsteigen (sonst wären wir ja bei Null und nicht bei 8.4 Prozent) und der Grund, warum sie's tun, steht ebenfalls im o.g. KStA-Artikel:
„Ich bereue meine Entscheidung nicht. Für mich ist es Luxus, mich mit Literatur beschäftigen zu dürfen. Dafür würde ich auch putzen gehen.“
sagt eine frischgebackene Literatur-Übersetzerin über ihren freiwilligen Einstieg ins Prekariat.

Leute, wir müssen das sein lassen, dieses Literatur-Fan-Boy- oder -Fan-Girl-Gehabe. Wir Autoren und Übersetzer haben unser Handwerk gelernt, wir können was und wir verrichten Arbeit, mit der richtig Werte geschöpft werden. Die Spitzköppe in den Verlagen und Redaktionen wissen aber, dass wir verdammt gerne tun, was wir tun, und das nutzen sie ziemlich gnadenlos aus. Und das funktioniert, solange wir dankbar sind, uns für ein paar Brosamen "mit Literatur beschäftigen zu dürfen".

Nochmal: Leute, wir müssen das sein lassen.

Keine Kommentare: