13.11.12

Regietheater etc.

Der höchst geschätzte Daniel Kehlmann hat dem Falter ein Interview gegeben, auf das ich hinweisen möchte. Kehlmann hatte sich 2009 zum Buhmann des Theater-Feuilletons gemacht, als er das hierzulande von der Presse hoch goutierte Regietheater zur "letzten verbliebenen Schrumpfform linker Ideologie" erklärte.
Da wetzte die Kulturjournaille natürlich die Messer, als Kehlmanns erstes Bühnenstück, "Geister in Princeton" uraufgeführt wurde, konnte jedoch einen durchschlagenden Erfolg dieses Stücks beim Publikum nicht verhindern. Was Wunder, Kehlmann erzielt eine nachvollziehbare Geschichte mit Figuren, deren Handlungen der Zuschauer nachvollziehen kann.
Kehlmanns neues Stück, "Der Mentor", hatte am 8.11. in Wien Premiere. Nachvollziehbar und konsequent beschwerte sich das Feuilleton in den Kritiken - mit Ausnahmen - darüber, dass Kehlmann ein handwerklich sauberes, professionell strukturiertes Stück geschrieben hat.
Die Lücke zwischen dem, was ein Publikum und was ein Kritiker goutiert, wird größer.

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