24.11.10

Wer braucht Papier?

Ich hab ja schon vor geraumer Zeit begonnen, über die schleppende Entwicklung auf dem deutschen e-book-Markt zu meckern. Endlich ist Bewegung in die Sache gekommen, ich habe nämlich von der großzügigen Verwandschaft zum letzten Geburtstag einen e-book-Reader geschenkt bekommen und lese jetzt seit ca. 3 Wochen (auch) elektrisch. Zeit für ein erstes Fazit.
Niemand braucht Papier. Das Lesen auf so einem Elektrodings ist wesentlich angenehmer und müheloser als das Lesen eines auf Papier gedruckten Buchs. Ich bin in sechs Tagen durch Ken Follett's Neuesten (Sturz der Titanen, hinreißende Sozial-Schmonzette) förmlich geflogen, es war die reine Freude, eine Tausend-Seiten-Schwarte lesen zu können und dabei ganz bequem auf de Rücken (!) liegen zu können. Wunderbar.
Schon nach wenigen Seiten (oder wie nennt man das beim e-book? "Umblättervorgang?") hatte ich übrigens vollkommen vergessen, dass ich ein e-book las. Wie ich bei spannenden Bücher auch regelmäßig vergessen habe, dass ich ein gedrucktes Buch gelesen habe. Was zählt, ist die Geschichte, und wenn die Geschichte den Lesevorgang diktiert, erkt an nicht, ob man auf Papier liest oder auf eine Bildschirm, es ist egal, ob man Papier blättert oder einen Knopf drückt, man liest eine Geschichte. Punkt.
Seit ich's ausprobiert habe, ist für mich klar: das e-book wird das auf Papier gedruckte Buch schneller ablösen, als die meisten Menschen denken. Das können selbst die deutschen Verlage mit ihrer Schlafmützigkeit nicht verhindern. Das e-book kommt mit Urgewalt, ich werde aber noch eine Weile Gelegenheit zum Meckern haben.

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