12.10.10

Die Zukunft und das Ende

In den USA bietet der Buchhandelsriese Barnes & Noble Autoren, die e-books veröffentlichen möchten, Pubit! an. Pubit! ist ein extrem einfach zu bedienender, kostenloser Dienst: Der Autor lädt Buchblock und Covergrafik hoch, legt einen sogenannten Listenpreis fest, von dem er dann bei Verkäufen 65% als Tantieme erhält, fertig. Barnes & Noble wandelt die Daten in die entsprechenden e-book-Formate um, legt einen Endverkaufspreis fest, organisiert den elektronischen Vertrieb und rechnet ab. 
Damit wird sicherlich nicht die Schöne Neue Autorenwelt eingeläutet, denn Leser und Käufer muss der Autor für sein e-book erst noch finden, was ohne Verlags- und Marketingwerkzeuge kein leichtes Unterfangen sein dürfte, aber für klassische Zuschussverlage und Book-on-Demand-Anbieter werden Dienste wie Pubit! zum Riesenproblem, wenn das e-book sich in ein paar Jahren durchgesetzt hat. Denn wegen Pubit! können sie ihr Geschäftsmodell nicht einfach 1:1 in den elektronischen Bereich übertragen. Das wird schwer werden, auch in diesen Segmenten bahnt sich eine Zeitenwende an.
Was mir auffällt: Pubit! ist eine weitere Innovation, die aus dem Buchhandel kommt. Verlage und verlagsähnliche Dienstleister scheinen den Anschluss zu verpassen.

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