22.10.10

Ein Muss: Im Angesicht des Verbrechens


Ab heute Abend läuft in der ARD ein echter Meilenstein in Sachen Gangster-Epos: Der Zehn-Teiler "Im Angesichts des Verbrechens". Wer irgendwie mit dem Schreiben von Drehbüchern, Krimis... ach, was, jeder, der sich für spannend erzählte Geschichten interessiert, sollte keine Minute der zehn Folgen verpassen.
In der Vorab-Promotion wird - wie immer - zuerst die Leistung des Regisseurs, Dominik Graf, herausgestellt. Doch wie heißt es so schön? Der Buchautor macht den Film als Erster.
Der erste, der "Im Angesicht des Verbrechens gemacht hat, ist Rolf Basedow, und er hat einen herausragenden Job gemacht. Uneingeschränkte Bewunderung. Hier ist ein Interview mit Basedow.

14.10.10

Einladung zur Buchparty für "Taj Mahal und Currysauce"

Unser Autor Meinhard Schröder hat ein neues Buch herausgebracht: "Taj Mahal und Currysauce", einen  spannenden und witzigen Reisebericht aus Indien.  Meinhard Schröder verbindet Erwartungen und Klischees, wirft einen kritischen Blick aufs Wesentliche und kombiniert all dies mit unbändiger Neugier und brillanter Erzählkunst. Zwischen Taj Mahal und Currysauce ist eine facettenreiche, humorvolle Erzählung entstanden, die er seinen Lesern mit ironischem Augenzwinkern serviert.
Ein kurzer Ausschnitt:
Auf dem Weg zurück durch die Gartenanlage überwältigt mich ein magisches Gefühl, als ich noch einmal auf das Marmor-Mausoleum zurckblicke. Ich falle vor Xenia auf die Knie, ergreife ihre Hand und stammele: „Willst du meine Mumtaz Mahal werden?“
Xenia kreischt auf: „Du machst mir einen Heiratsantrag? Hier, an dieser heiligen Stätte der Liebe?“
Noch ehe sie antwortet, drückt sie einem Inder ihre Kamera in die Hand und bittet ihn, meinen Kniefall festzuhalten.
„Schade, dass ich deinen Antrag nicht auf einer Tonspur dokumentieren kann; du könntest es dir es ja noch anders überlegen. – Übrigens …“, sie sieht mich plötzlich sehr ernst an, „… du musst dich jetzt von allen anderen Frauen lossagen. Wir leben nicht mehr in der Zeit Shah Jahans.“
Als wir die Anlage verlassen, schwindet die magische Wirkung.
„Wie komme ich da wieder raus?“, frage ich mich besorgt.
 Wer dabei sein möchte, wenn Meinhard Schröder sein neues Buch aus der Taufe hebt, der komme am Sonnabend, den 16. Oktober nachmittags um 16 Uhr ins Restaurant "Masala", Friedbergstr. 38, 14057 Berlin. Zur Begrüßung gibt's ein Gläschen Mango-Sekt, Schröder wird aus seine Buch lesen, Fragen beantworten, Bücher signieren und ein kleines Gewinnspiel gibt es auch. Der Eintritt ist selbstverständlich frei. Viel Spaß!

13.10.10

Der Spielraum der Wahrheit

"Ich bin Dichter. Ich gebe der Wahrheit Spielraum."
Ein wunderschöner Satz aus "Ritter aus Leidenschaft".

Die Single zum Lesen

Gestern wundere ich mich noch, dass die Innovationen derzeit beinahe ausschließlich vom Buchhandel und nicht von den Verlagen kommen, da schiebt amazon heute schon etwas nach. Beim autorenexpress lese ich, dass man Autoren für kurze Formate (bis 30.000 Zeichen) sucht,  die dann für den hauseigenen e-book-Reader Kindle angeboten werden sollen.
Gewisse Zweifel sind sicherlich angebracht (Will amazon wirklich alle angebotenen Texte veröffentlichen? Wie soll das Marketing funktionieren? Wie wird der Leser auf Angebote aufmerksam gemacht, die sich tatsächlich lohnen?), aber wieder ist es ein Buchhandelsunternehmen, das frischen Wind in die Szene pustet und möglicherweise den Startschuss zur Wiederbelebung literarischer Gattungen wie der Novelle gibt.
Ich bin schon gespannt auf die nächsten neuen oder wiederbelebten Ideen. Eine davon wird - ich schrieb's schon letztes Jahr einmal - mit Sicherheit der Fortsetzungsroman sein, ein Format, für dass das e-book geschaffen wurde. Eine spannende Geschichte, in Kapitel mit Clifferhanger-Ende eingeteilt und wochenweise zu einem Preis veröffentlicht, den der Leser im Portemonnaie nicht merkt, der sich jedoch am Ende der Story zu einem für Autor, Verlag und Vertrieb profitablen e-book-Preis addiert hat... Ja, wie soll das denn nicht funktionieren?



12.10.10

Die Zukunft und das Ende

In den USA bietet der Buchhandelsriese Barnes & Noble Autoren, die e-books veröffentlichen möchten, Pubit! an. Pubit! ist ein extrem einfach zu bedienender, kostenloser Dienst: Der Autor lädt Buchblock und Covergrafik hoch, legt einen sogenannten Listenpreis fest, von dem er dann bei Verkäufen 65% als Tantieme erhält, fertig. Barnes & Noble wandelt die Daten in die entsprechenden e-book-Formate um, legt einen Endverkaufspreis fest, organisiert den elektronischen Vertrieb und rechnet ab. 
Damit wird sicherlich nicht die Schöne Neue Autorenwelt eingeläutet, denn Leser und Käufer muss der Autor für sein e-book erst noch finden, was ohne Verlags- und Marketingwerkzeuge kein leichtes Unterfangen sein dürfte, aber für klassische Zuschussverlage und Book-on-Demand-Anbieter werden Dienste wie Pubit! zum Riesenproblem, wenn das e-book sich in ein paar Jahren durchgesetzt hat. Denn wegen Pubit! können sie ihr Geschäftsmodell nicht einfach 1:1 in den elektronischen Bereich übertragen. Das wird schwer werden, auch in diesen Segmenten bahnt sich eine Zeitenwende an.
Was mir auffällt: Pubit! ist eine weitere Innovation, die aus dem Buchhandel kommt. Verlage und verlagsähnliche Dienstleister scheinen den Anschluss zu verpassen.

7.10.10

LLosa

Der Nobelpreis für Literatur geht in diesem Jahr an Mario Vargas Llosa. Auch wenn man sie wieder einmal Philip Roth übergangen haben (ich weiß, ich wiederhole mich), kann man die Stockholmer für diese Entscheidung überhaupt nicht anmeckern. Gut gemacht. Und nächstes Jahr dann endlich Roth, ja?

6.10.10

Der Pitch für "The Wire"

Nachdem ich vorgestern erst auf ein Interview mit David Simon hingewiesen habe, gibt es schon wieder etwas Neues vom Autor der Serie "The Wire": seinen ursprünglichen Pitch, mit dem er die Serie an den Kabelsender HBO verkauft hat, kann man als PDF nachlesen.
78 Seiten, die Handlung der ersten Staffel inkl. erster Dialoge... hochinteressant.

5.10.10

Gefährlicher Witz

Eine der effektivsten Waffen gegen Diktaturen ist der Witz. Er macht die Herrschenden lächerlich und - oftmals unterschätzt - Witze regen zum Denken, zum Nachdenken an. Gerade deswegen haben es unangepasste Komiker in Diktaturen nicht leicht, wie z. B. Zargarnar aus Burma, der für einen seiner respektlosen Witze zu 59 Jahren verhaftet wurde.
Rex Bloomstein hat - unter Mitwirkung von Michael Mittermeier - einen Film über Zargarnar gedreht. Hier der Trailer:

This Prison Where I Live · Trailer from Robin Haefs on Vimeo.

Mehr über Zarganar und den Film hier.

4.10.10

Die Zukunft des Fernsehens: Eine Leihbibilothek

Heute steht ein äußerst lesenswertes Interview mit David Simon, dem Autor der atemberaubenden TV-Serie "The Wire" in der FAZ. Daraus ein Zitat, für dass ich Simon stundenlang anbeten könnte:

Und Sie wollen Sachen wie „The Wire“? Das ist ganz einfach. Dann müssen Sie alle Macht dem Autor geben... wenn man eine gute Geschichte garantieren will mit Anfang, Mitte und Ende: Diese Jobbeschreibung passt nur auf den Autor. Nicht auf den Regisseur, den Produzenten, den Schauspieler, nicht auf den Typ, der die Schecks unterschreibt. Es ist der Autor.