7.6.10

Schreib-Tipp: Blick zurück nach vorn

Vielleicht eine Binsenweisheit, aber eine, an die man gar nicht oft genug erinnern kann: Jeder Schreiber hasst es, plötzlich steckenzubleiben. Man hämmert fröhlich auf die Tastatur ein, die Dinge sind im Fluß, ein Ereignis reiht sich ans andere und plötzlich kreischen die Bremsen, es macht "Rums!", nichts geht mehr. Der fahrende Erzähl-Zug steht, und irgendwie kriegt man ihn nicht mehr in Gang. Man kommt noch nicht einmal mehr millimeterweise vorwärts, und das kann einem jederzeit passieren: beim Plotten, beim Exposé-Schreiben, bei der Rohfassung.
Und die Ursache ist immer eine ähnliche: sie liegt ein, zwei, drei Schritte zurück. Im vorletzten Absatz, auf der vorletzten Seite oder im vorletzten Kapitel - irgendwo dort hat man die Ursache für den Stillstand eingebaut. Und erst wenn man diese Ursache beseitigt hat, geht's weiter.
Deshalb: Wenn's nicht weitergeht, niemals an der eigenen Kreativität zweifeln, sondern sofort zurückblättern, die Ursache für den Erzählstau suchen und beseitigen.