12.10.09

Kindle? So doch nicht!

Endlich ist es soweit: amazons Kindle, für mich der erste ernst zu nehmende E-Book-Reader, kommt nach Deutschland. Man kann ihn jetzt schon über amazon.com ordern, die ersten Exemplare werden ab 19. Oktober ausgeliefert.
Ich als traditioneller "early adopter" hatte mir fest vorgenommen, den Kindle sofort zu bestellen, wenn er hierzulande erhältlich ist. Von diesem Vorhaben habe ich Abstand genommen, als ich mich über den Lesestoff informierte, der zunächst für den Kindle erhältlich sein wird. Man wird zunächst beinahe ausschließlich englische E-Books kaufen können, und das Angebot abonnierbarer deutschsprachiger Zeitungen und Zeitschriften beschränkt sich auf FAZ, Handelsblatt und Wirtschaftswoche.
Ähm... dafür soll ich 279$ plus Versandkosten plus Steuer (laut SpOn insgesamt 251 €) auf den Tisch legen? Äh, nö. Ich zumindest kauf mir doch keinen E-Book-Reader, weil das so ein schickes Gerät ist, ich kauf ihn mir wegen der Bücher, die ich damit lesen kann. Und so lange da das Angebot nicht stimmt (nicht nur amazon ist hier gefordert, hier müssen auch die deutschen Groß-Verlage endlich aus ihrem Tiefschlaf erwachen), investier ich die 250 € lieber in analogen Lesestoff.
Überhaupt 250 €: machen wir uns nix vor, wenn der Reader soviel kosten wird, wird das hierzulande auf Länge nix mit E-Books. Der E-Book-Markt wird funktionieren wie der für DVDs. Das Abspielgerät muss äußerst preiswert sein, das eigentliche Geschäft wird mit den Medien für dieses Gerät gemacht. Will man dem Lesepublikum einen E-Book-Reader schmackhaft machen, dann muss der Reader einen Preis haben, der die Leute dazu bringt, zu sagen "Das probier ich mal aus." Wenn ich für dieses Ausprobieren den Gegenwert von ca. 30 Taschenbüchern berappen muss, probier ich nix aus und kauf mir erstmal die 30 Taschenbücher.
Bleibt für mich die Frage, warum amazon seinen Kunden ein solch unfertiges Angebot überhaupt andient? Resignation gegenüber dem "Abwarte-Beton" der deutschen Verlage? Ist schon ein neuer, besserer Kindle in der Pipeline, so dass das Lager geräumt werden muss? Oder will man vor einem möglichen starken Konkurrenten (Apple?) auf dem Markt sein?

Kommentare:

Mitzwinkel hat gesagt…

Ich vermute, sie wollen vor dem Daily Edition von Sony auf dem Posten sein. Wenn Apfel was in der Hinterhand hätte, müsste es deutlich billiger sein. Vielleicht hat Jobs aber auch was mit Farbe. Finde ich für Nachrichten wichtig. (Gelbes Trikot usw. :)

Chris Kurbjuhn hat gesagt…

Das glaub ich nicht, dass der Daily Edition amazon zur Eile drängt. M. W. soll der erst Weihnachten in den USA rauskommen, und wann er in Europa gestartet wird, ist noch gar nicht bekannt.
Farbe ist für mich nur wichtig, wenn die Nationalmannschaft im Auswärts-Trikot aufläuft. Sonst genügt schwarz-weiß.

Mitzwinkel hat gesagt…

Das neue Jersey für die Auswärtsspiele sieht deutlich besser aus als die ollen grünen Dinger.