6.7.09

Wo bleibt das E-Book?

Soeben im Perlentaucher-Blog entdeckt: ein schöner, lesenswerter Artikel über E-Books und die Zukunft von Büchern im Internet. Ein Artikel, der mir aus der Seele spricht, denn ich kann es gar nicht abwarten, bis endlich(!) hierzulande ernstzunehmende E-Book-Angebote auf dem Markt erscheinen werden.
Natürlich habe ich nichts gegen "richtige" Bücher. Im Gegenteil, ich freue mich jedesmal, wenn ich ein neues Buch in die Hand nehme, das Knistern von Seiten höre, die zum ersten Mal umgeblättert werden, den verheißungsvollen Geruch, den das "frische" Papier verströmt.
Nur: das muss ich nicht bei jedem Buch haben, das ich lese. Dieses Posting zum Beispiel schreib ich aus dem Urlaub heraus. Und ein gelungener Urlaubstag ist für mich erst einer, an dem ich zwei-, drei-, vierhundert Seiten möglichst aktuellen Reißer/Thriller/Krimi-Lesestoff verschlungen hab. Kiloweise schleppen wir diese Bücher immer mit in den Urlaub, und lassen sie dann in der Leseecke des jeweiligen Hotels wieder stehen. Und dieses Jahr durften wir uns nicht nur mit den Bücherkilos abschleppen, wir mussten sogar der Lufthansa Übergepäck-Gebühr in den gierigen Rachen werfen. Wenn ich die Möglichkeit gehabt hätte, statt einem halben Koffer voller schwerer Bücher ein kleines Kästchen mit gut lesbarem Display mitzunehmen, das ein paar tausend Seiten speichern kann... Ja, ich wäre doch bescheuert, wenn ich das nicht tun würde. Bzw. tun möchte, denn hierzulande gibt es nach wie vor kein Ernst zu nehmendes E-Book-Angebot.
Das müsste aus einem preiswerten (!) E-Book-Reader bestehen, und aus einem möglichst umfassenden Angebot von Lektüre, die preislich deutlich unter den anderen Print-Varianten liegt, denn natürlich lassen sich E-Books deutlich preiswerter herstellen und vertreiben als gedruckte Bücher, egal, was für einen Schwachsinn etablierte Verlage zu diesem Thema heraustrompeten. Ja, und natürlich möchte ich neue E-Books direkt auf den Reader runterladen und mit irgendeinem gescheiten E-Payment-System bezahlen können. Zusätzlich zum E-Book-Reader noch einen Notebook herumtragen und den Reader wegen jedem Pipifax daran anschließen müssen ist einfach bloß lästig.
Und auch proprietäre Formate wie die, die auf dem Kindle von Amazon laufen, können nicht der Weisheit letzter Schluss sein. Ich möchte die E-Books kaufen, die mich interessieren, und nicht die, die ein bestimmter Anbieter für mich bereithält.
Okay, in ein paar Tagen ist mein Urlaub vorbei. Dieses Jahr hat kein E-Book-Anbieter mit mir ein Geschäft gemacht. Darf ich hoffen, dass ich nächstes Jahr mit leichterem Gepäck reisen kann? Oder wenigstens übernächstes?


1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…
Der Kommentar wurde von einem Blog-Administrator entfernt.