27.11.08

Tag 28 - die vier magischen Buchstaben


Da stehen die vier magischen Buchstaben E-n-d-e. Um 17 Uhr 40 hab ich sie getippt, 51.547 Wörter sind es geworden, seit ich am 1. 11. morgens um 6 Uhr angefangen habe, die Geschichte des Menschenfängers Bruno Pachowiak in die Tastatur zu tippen. Ich will jetzt nicht pathetisch werden, laufe aber - wegen Euphorie-Überschuss - Gefahr, haargenau das zu tun, deshalb fasse ich mich kurz: es hat großen, ganz großen Spaß gemacht.
Ich ruh mich jetzt ein paar Tage aus, dann geht es - auch in diesem Blog und in der Netzecke - weiter.
Andererseits... drei Tage läuft NaNoWriMo ja noch. Das wären 16.670 Buchstaben pro Tag... Das ist viel, aber mittlerweile halte ich das für machbar. Vielleicht sollte ich...
Nee. Sollte ich nicht. War nur Spaß.

26.11.08

Tag 24-26 - Auf der Zielgeraden

Ich bin jetzt auf der Zielgeraden. Das ist ein ziemlich gutes Gefühl, es macht einen aber auch nervös. Ich versuche gerade, die letzte Szene vor dem großen Showdown zwischen Pachowiak und dem einsamen Leutnant fertig zu schreiben. Im Prinzip eine einfache Aufgabe, denn ich muss Pachowiak nur in die Nähe seiner Wohnung lotsen. Er will aber nicht. Oder - besser gesagt - ich scheine nicht zu wollen. Der Showdown bedeutet: Schluß mit Pachowiak, Schluss mit NaNoWriMo-Spaß, und das versuch ich gerade, ein wenig vor mir her zu schieben.
Es hilft aber alles nicht, morgen ist der Showdown fällig, und danach der Schluss. Vor dem hab ich Manschetten. Der Schluss wird Pachowiak ziemlich weh tun, und das möchte ich eigentlich nicht. Ich mag Pachowiak mittlerweile. Aber der Schluss ist gut, so wie er ist. Mehr noch: Er ist richtig. Armer Pachowiak. Ich möchte ihm das eigentlich nicht mehr antun.

Das letzte Hurra der Berliner Nano-Glühwürmchen

Die Glühwürmchen (und natürlich jeder, der dazu stoßen möchte) treffen sich zur Abschlussparty am Montag, dem 1. 12. 08 um 18 Uhr natürlich im Glühwurm (http://www.gluehwurm-restaurant.de), Südwestkorso 69A, 12161 Berlin (Nähe U-/S-Bahn Bundesplatz). Wer mag, bringt eine Hardcopy seines Manuskripts mit, damit er sie beim Gruppenfoto ins Bild halten kann.:)

24.11.08

Pachowiaks Musikgeschmack

Was mir sehr peinlich ist: Mein Protagonist, Bruno Pachowiak, hat ein Eigenleben entwickelt. Selbst ich, der ihn erfunden hat, bin nicht mehr in der Lage, ihn unter Kontrolle zu halten. Besonders peinlich wird das, wenn Bruno seinen Musikgeschmack durchsetzt. Ich wollte ihm eigentlich eine Cool-Jazz-Affinität andichten, das ist ihm aber nichts. Springsteen mag er. Und - unglaublicherweise - Guns n' Roses. Ausgerechnet.

23.11.08

Glühwürmchen-Reminder

Ich hab's ja erst vor ein paar Tagen geschrieben, aber der Post ist schon ein bißchen runtergerutscht, deshalb hier noch einmal zur Erinnerung: die Berliner NaNoWriMo-Glühwürmchen treffen sich morgen, Montag, 24. 11. 08 ab 18 Uhr im Friedenauer Glühwurm, Südwestkorso 69A, nicht weit vom U- und S-Bahnhof Bundesplatz.
& Tage vor Schluss noch mal Mut machen, Erfahrungen austauschen, hören, wie's den Writing Buddies und ihren Figuren geht... Ich freu mich drauf.

Tag 23 - Pachowiak drückt aufs Tempo

ICh bin heute nicht ins Büro gegangen und habe den Tag am Laptop verbracht. So konnte ich mich ein gutes Stück vor den geforderten Tagesschnitt schreiben. Wenn ich dieses Tempo beibehalte, werde ich spätestens Freitag fertig werden (dreimal auf Holz geklopft). Soviel Spaß das Schreiben auch macht, ich fange an, mich auf den magischen Moment zu freuen, an dem ich das Wort "Ende" tippen kann. NaNpWriMo hat doch meine freie Zeit arg dominiert, ich freue mich jetzt darauf, endlich mal wieder einfach dasitzen und ein Buch lesen zu können. Seit dem 1. November gehört jede freie Minute dem Schreiben am "Fänger", und ich merke jetzt, dass ich einige Dinge doch vermisse.
Egal, erstmal geht's jetzt weiter. Ich bin immer noch im improvisatorischen Freiflug, merke aber - durchaus erleichtert - dass die Figuren Kurs auf den Showdown nehmen. Noch zwei oder drei Kapitel, dann werden Improvisation und Plan zueinander finden. Hoffe ich.
Was bemerkenswert ist: Ich hatte für die Geschichte ein wesentlich gemächlicheres Tempo vorgesehen, als das, was gerade entsteht. Pachowiak ist gerade mit der Beschaffung einer DVD befasst. Der einsame Leutnant hat ihm dafür 24 Stunden Zeit gegeben. aber Pachowiak hat dermaßen auf die Tube gedrückt, dass er die DVD in spätestens drei Stunden in Händen halten wird. Also werde ich das Ultimatum des einsamen Leutnants ändern und ihm nur ein paar Stunden Zeit geben. Erstaunlich, wie sowas sich entwickelt. Im ursprünglichen Konzept hätte die Geschichte während einer Woche gespielt. Jetzt spielt sich der gleiche Plot in zwei Tagen ab. Ich bin zwar ein großer Verfechter des Tempo-Hochhaltens, aber mittlerweile staune ich selber. Und bekomme Manschetten. Das ist schon eine ziemlich abgefahrene Räuberpistole, die ich da in die Tastatur hacke.
Okay, eine Stunde noch. Heute. Paar hundert Wörter sind noch drin.

22.11.08

Tag 21 und 22 - Meine große Klappe

Wie war das? Vorgestern habe ich noch großkotzig geschrieben, dass ich die restlichen Kapitel bis zum Schluss durchgeplottet habe, zitiere wörtlich: "Was auch bitter nötig war, um meine Charaktere endlich an die Kandare legen zu können und dem Improvisieren ein Ende zu bereiten."
Nuja. Gestern sollte Pachowiak straight ins Hyatt fahren, um den Lügengeschichten seines Klienten ein Ende zu bereiten und zu beginnen, die Wahrheit ans Licht zu zerren. Plötzlich wurde er jedoch von einem unbekannten verfolgt und landete schließlich im Lindenbräu am Sony-Center, wo März mit einer Oberpropellerin des russischen organiserten Verbrechen und ihren zwei Gorillas (von Pachowiak liebevoll "Mucki" und "Moskau" getauft), am Wodka saufen war. Statt sich in aller Ruhe mit März zu unterhalten, hat Pachowiak lieber dieMafia-Chefin als Nutte beschimpft, ihrem zwei Gorillas den Schädel eingeschlagen und hat den Geschäftsführer des Lindenbräu ins Gläserspülbecken gesetzt. Zur Stunde fährt Pachowiak mit dem Porsche seines Klienten durch die Nacht, März sitzt weinend neben ihm und nuckelt an der Wodka-Flasche, und ich habe den Eindruck, dass das, was meine Figuren mir da vorimprovisiert haben, viel besser ist, als dass, was ich dahergeplottet habe. Zumindest steuert auch diese neue Handlung auf ein blutiges Ende zu, und sie ist zumindest mutiger asl das, was ich ursprünglich vorhatte. Ich wollte doch in den konventionellen Krimi zurückfallen, aber Pachowiak hatte andere Pläne: "Ich will Action". Okay, er hat sie bekommen. Bin mal gespannt, wie's weitergeht.

20.11.08

Tag 19 und 20 - der Validator Schock

Vorgestern hatte ich mir ein Polster erarbeitet, so dass ich es gestern ruhig angehen konnte. Ich hab nur ein paar hundert Wörter geschrieben und die letzten 11 Kapitel bis zum Schluss durchgeplottet. Was auch bitter nötig war, um meine Charaktere endlich an die Kandare legen zu können und dem Improvisieren ein Ende zu bereiten. Das mag ja von Zeit zu Zeit ganz witzig sein, aber Struktur ist und bleibt die halbe bis dreiviertel Miete bei der Schreiberei, und jetzt, wo's beim "Fängerim Beton" audfs Ende zu geht, ist eine funktionierende Struktur das Licht in der Finsternis, das Geländer, an dem man sich entlang hangeln kann, der Stadtplan, der einem den Weg zeigt. Und weil alles prima lief, hatte ich beste Laune, und deshalb gönnte ich mir einen Stadionbesuch, um meine Laune wieder auf Normalmaß zurück zu bringen.
Frohgemut tippte ich also heute früh um sechs meine 1600 plus irgendwas Wörter und ging heute mittag auf die NaNoWriMo-Website, um meinen Wordcount zu aktualisieren. Dort stellte ich erfreut fest, dass der "Validator", mit dem man die Anzahl seiner Wörter überprüfen lassen kann, berets zu testzwecken freigeschaltet war. Natürlich lud ich sofort mein Manuskript hoch, wartete ein paar Sekunden (die Website läuft mittlerweile recht zügig) und setzte mich auf den Hosenboden. Der Validator zählte 1000 (tausend!) Wörter weniger als Open Office Writer 3.0. Ich hab daraufhin Firma Googel bemüht, ein wenig mit einer älteren Word-Version herumgefummelt, die noch auf einem meiner Rechner war, ein paar Editoren bemüht, und ich kam schließlich zu dem Schluss: Der NaNoWriMo-Validator hat recht, die "Wörter zählen"-Funktion von Open Office hat anscheinend einen Bug.
Nach dem ersten Ärger fiel mir ein Stein vom Herzen, dass ich das jetzt, zehn Tage vor Schluss gemerkt habe. Wenn mir, sagen wir mal, am 30. November aufgefallen wäre, dass mein Open Office Writer meint, ich hätte 50.500 Wörter, der Validator jedoch auf 48.000 bestanden hätte... Okay, dieser Kelch geht an mir vorüber. Ich habe heute abend eine kleine Sonderschicht eingelegt, und spätestens nach der morgigen Früh-Session sollte ich wieder im Plan liegen. Allerdings... bei der Zusatzsession heute abend habe ich wieder ein wenig improvisiert. Ich kann ja nicht einfach 1000 Zeichen Quatsch in meine Geschichte reinschreiben. Also hab ich noch einen kleinen Schlenker dazu erfunden. Ich kann nur hoffen, dass das nicht wieder ausartet. Ach, bei NaNoWriMo ist doch immer was los. Ich freu mich auf morgen.

18.11.08

Die Glühwürmchen wieder

Heute haben sich die Berliner NaNoWriMo-Glühwürmchen wieder getroffen, und es hat großen Spaß gemacht, wie eigentlich immer, wenn man sich vom Schreibtisch erheben und sich mit Kollegen austauschen darf, die vor ähnlichen Aufgaben und Problemen stehen wie einer selbst, sie jedoch meist auf völlig andere Art und Weise lösen. Wir haben viel gelacht heute abend, über eigensinnige Charaktere, die gegen den Willen des Autors den Plot in neue Richtungen treiben, über minutiöse Vorbereitungen, die man nach ein paar Stunden Schreiben komplett in die Tonne kloppt und über die Kapriolen, mit denen ein Roman seinen Autor immer wieder überraschen kann.
Ich hätt wirklich nicht gedacht, dass diese 50.000-Wörter-in-einem-Monat-Aktion so viel Spaß machen kann. Ist das cool!:)
Nächstes Glühwürmchen-Treffen schon am kommenden Montag, den 24. 11. 08, wieder um 18 Uhr im Glühwurm, Südwestkorso 69a, 12161 Berlin (Nähe U-/S-Bahnhof Bundesplatz).

Tag 18

Heute war ein guter Tag. Ich hatte etwas Zeit, es lief gut und ich habe das Pensum von zwei Tagen geschafft. Das ist auch nötig, falls es morgen nicht läuft. Ich hab tagsüber viel zu tun, und abends bin ich... anderweitig beschäftigt. :) Mal sehen, wieviel ich morgen in der Nano-Frühschicht schaffe, es ist auf alle Fälle ein gutes Gefühl, morgen ohne Druck arbeiten zu können.
Bisher habe ich mich ehern an den Grundsatz "Show, don't tell" gehalten und Pachowiak, meinen Protagonisten, nur über seine Handlungen definiert. In den Texten, die ich heute geschrieben habe, die im fertigen Roman knapp hinter Halbzeit zu lesen sein werden, habe ich angefangen, ein paar Rückblenden in Pachowiaks Vergangenheit einzubauen. Ich glaube, an dieser Stelle, unmittelbar hinter der tiefsten Höhle passt das ganz gut, die Figur gewinnt an Tiefe und es retardiert nicht allzu sehr. Nuja, überarbeiten kann ich immer noch.
Morgen muss ich konkrete Entsccheidungen treffen, wie mein Plot weitergehen soll. Durch die Improvisationen, die ich mir in den letzten Tagen gestattet habe, funktioniert mein ursprünglicher Weg aufs Ende zu nicht mehr. Und jetzt kann ich nicht mehr fröhlich in die Gegend hinein improvisieren, ich muss das Ende anvisieren und bewusst darauf zu schreiben. Ich weiß ja, wie's ausgeht, aber wie komm ich da hin? Sieht wie ein lösbares Problem aus, aber eine richtig gute Idee habe ich noch nicht.
Erstaunlich ist, wieviel Spaß die Sache mittlerweile macht. Würde ich an einem professionellen Projekt schreiben, wäre ich sicherlich längst von Panik-Attacken geschüttelt, angesichts meiner relativen Ratlosigkeit, wie es weitergehen könnte. Hier bin ich amüsiert und neugierig, wie es weitergehen könnte. Ich hoffe, es gelingt mir, diese Haltung nach dem 30. November beizubehalten, wenn ich andere Projekte angehen werde.

One-Liner

Manchmal gelingt einem ein richtig schöner One-Liner. Heute war ich mal dran.
"Pachowiak, Sie sind ein glasharter Solipsist."
"Sie irren sich. Ich spiele kein Instrument."

17.11.08

Termine

Morgen, am Dienstag, dem 18. 11. ist es wieder soweit. Berliner NaNo-Writer treffen sich ab 18 Uhr im Friedenauer Glühwurm, Südwestkorso 69A, 12161 Berlin (Nähe S- und U-Bahnhof Bundesplatz) zum Wordcount- und Gedankenaustausch. Gäste sind natürlich herzlich willkommen!
Und am Mittwoch, dem 19. 11. sendet Inforadio Berlin um 15 Uhr 55 und um 17 Uhr 55 einen Bericht über ein paar Berliner NaNoWriMo-Teilnehmer. Marianne Mielcke hat Gerd Borchert, Gaby Sikorski und mich interviewt. Es war ein tolles Gespräch, das allen Beteiligten sehr viel Spaß gemacht hat. Ich hoffe, dass das im Radio auch so gut gelaunt rüber kommt.

Tag 13-17 - Die tiefste Höhle

5 ereignisreiche Schreibtage liegen hinter mir. Ich habe die gefürchtete zweite NaNoWriMo-Woche weitgehend unbeschadet überstanden (was man nicht von allen Figuren meiner Geschichte sagen kann), die Hälfte der Wordcount-Strecke liegt seit vorgestern hinter mir und den eigentlichen "Mittelpunkt" meines Romans habe ich gerade eben geschrieben, nach 28.352 Wörtern muss Pachowiak, mein Protagonist sich neu sortieren. Er hat die "tiefste Höhle" hinter sich.
Vermutlich wissen erstmal nur Campbell-Anhänger, bzw. Menschen, die sich mal auf meinen Seminaren von mir haben vollquatschen lassen, was mit der tiefsten Höhle gemeint ist, deshalb eien kurze Erklärung: Die "tiefste Höhle" markiert auf dem "Weg des Helden" (siehe Campbell) eine ernsthafte große Konfrontation zwischen Protagonist und Antagonist, die der Protagonist erfolgreich besteht. Ein Teil der Aufgabe des Protagonisten ist damit gelöst, aber der eigentliche - und meist schwierigere - Teil der Aufgabe liegt noch vor ihm. Meist hat der Protagonist sein äußeres Ziel erreicht, jetzt muss er sich auf den Weg machen, sein inneres Ziel zu erreichen bzw. herausfinden, was sein inneres Ziel überhaupt ist. Idealerweise sollte diese Station in etwa in der Mitte der Geschichte sein, und das hab ich immerhin hingekriegt.
Wie Pachowiak in diese Höhle gekommen ist, steht allerdings auf einem anderen Blatt. Ich wollte ihn eigentlich ganz anders dorthin lotsen, aber vor drei Tagen haben meine Figuren das Heft der Geschichte in die Hand genommen und mich davon überzeugt, dass sie für eine Weile (wieder) ihre eigenen Wege gehen wollen. Plötzlich wollte Pachowiak eine veritable Straßenschlacht anzetteln und mit einem skrupellosen Drogenhändler Pizza essen gehen. Dann gesellte sich Herr Fröhlich von der Kripo zu den beiden, und - wo sie gerade mal dabei waren, weigerten sie sich, auf meine sorgfältig im Voraus konzipierte "tiefste Höhle" zuzusteuern und suchten sich eine eigene.
Gottseidank habe ich sie gewähren lassen, denn jetzt, unmittelbar nachdem ich's geschrieben habe, kommt mir die neue "tiefste Höhle" viel besser vor als die ursprüngliche, in der Pachowiak in einem verzweifelten Rennen gegen die Zeit den Kreuzberg erklimmen sollte.
Ich hatte große Bedenken, ob der Showdown am Schluss, der ursprünglich auf dem verlassenen Flughafen Tempelhof stattfinden sollte, gegen dieses Bergrennen anstinken konnte, und dieser Sorge bin ich nun enthoben. Pachowiak wird (fast) zum Schluss auf den Kreuzberg rennen. Wo eine fürchterliche Überraschung auf ihn wartet.
Ich mute dem Kerl ganz schön was zu. Und er tut mir das gleiche an. Wir können das aber ab, wir zwei.

12.11.08

Der Duke

Ich hör zum ersten Mal seit Jahrzehnten Musik beim Schreiben. Merkwürdig. Ansonsten arbeite ich am liebsten, wenn's ruhig ist. Beim "Fänger im Beton" ist das anders. Pachowiak möchte andauernd Bruce Springsteen hören.

Tag 12 - wieder in der Spur

Kurz nach Mittag, und das Tagespensum ist geschafft. Die 20.000-Wörter-Grenze habe ich überwunden, bis 25.000 und damit Halbzeit ist nicht mehr allzu weit. Die Aufgabe gewinnt etwas an Überschaubarkeit.
Auch sonst hat das Schreiben heute Spaß gemacht und ging flüssig von der Hand. Das lag sicher am meisten daran, dass ich heute fast gar nicht improvisieren musste und mich wieder an meiner Vorbereitung orientieren konnte. Und daran, dass Cem, der einsame Leutnant, wieder im Plot aufgetaucht ist. Das hat Pachowiak zu einigen coolen Sprüchen inspiriert, und - was noch viel wichtiger ist - es gibt Konflikte und zahlreiche Anlässe zu handeln. Ein neuerlicher Beweis für die alte These, dass ein starker Antagonist immer das beste aus einem Protagonisten heraus holt. Und Cem hat ja gerade erst angefangen. Ich blicke wieder optimistischer in die Zukunft. Mal sehen, was morgen ist.

11.11.08

Tag 11 - olle Edwin ist raus

Immer noch im Schnitt. Es lief nicht allzu gut heute, ich wollte eigentlich mein Pensum am frühen Morgen schaffen, aber als ich ins Büro musste, hatte ich gerade mal 500 Wörter geschafft. Den rest hab ich dann scheibchenweise zwischendurch erledigt.
Dabei ist mir etwas passiert, was ich noch nie erlebt hat: Eine Figur hat eine andere Figur aus der Story gedrängt. Mir war gar nicht bewusst gewesen, dass ich zwei Computer-Spezialisten in der Story hatte, einmal den durchgeknallten, Kette rauchenden Rentner "olle Edwin" (ich wollte nicht immer über 14jährige, übergewichtige Hacker schreiben) und Verena Koslowski aus Lucias WG. Verena Koslowski hat richtiggehend für die Rolle "vorgesprochen" und bei ihrem ersten Auftritt überzeugend nachgewiesen, dass sie alles, was verlangt ist, mindestens genauso gut tun kann wie "olle Edwin", aber besser in die Story zu intrigieren ist. Okay, olle Edwin ist raus. Tut mir zwar ein bißchen leid um ihn, aber vielleicht kann ich ihn in einer anderen Geschichte mal verwenden.
Und ich muss beinahe gar nichts von dem umschreiben, was ich bereits geschrieben habe .Lediglich ein Telefonat zwischen Pachowiak und ihm mussich streichen. Macht nix. Geht Pachowiak eben schweigend spazieren.

10.11.08

Tag 10

Vom Word Count her bin ich zufrieden, ansonsten... Ich habe in den letzten Tagen ein wenig improvisiert, und die Sache ist mir - fürchte ich - sehr dialoglastig geraten. Ich muss ab morgen wieder schleunigst Kurs auf die Action-Ebene nehmen, sonst verkommt mir Pachowiak zu einem selbstzufriedenen Labersack. Das bedeutet natürlich neuerliches Improvisieren... Wenn man einmal damit angefangen hat... Ich hätte es besser wissen müssen. Aber um jetzt drei Kapitel zurück zu gehen und die andere Richtung einzuschlagen, ist einfach nicht drin.
Aufalle Fälle: Pachowiak hat die WG durchschnüffelt und einiges entdeckt, auf dass er sich keinen Reim machen kann. Er sitzt gerade mit einer smarten Hackerin bei Schweinske am Ernst-Reuter-Salat und plaudert. Pachowiak hat's gut.

9.11.08

NaNoWriMo-Treffen am 7. 11. 08

Am 7. November haben sich ein paar Berliner NaNoWriMo-Schreiber im Glühwurm getroffen. Ein paar, die beim ersten Treffen ein Wiederkommen angekündigt hatten, sind leider nicht erschienen, aber das musste man wohl erwarten. Unter denen, die gekommen waren, herrschte auf alle Fälle aufgeräumteste Stimmung. Bisschen fachsimpeln, von den eigenen Erfahrungen erzählen, bestätigt werden oder staunend zu erfahren, dass es anderen bei NaNoWriMo ganz anders geht... das macht Spaß, das inspiriert und ist ein prima Mittel gegen den Tunnelblick, der sich nur auf das eigene Projekt richtet.
Ich freue mich jedenfalls schon auf das nächste Treffen, ein leicht verspätetes Bergfest am 18. 11. 08 , natürlich wieder im Glühwurm!

Tag 6, 7, 8 und 9

Ich lebe noch. Und ich schreibe noch. In den letzten Tagen war soviel los, dass ich zwar meinen NaNoWriMo-Schnitt von ca. 1700 Wörtern am Tag geschafft habe, aber dieses Arbeitsjournal musste ich vernachlässigen, sorry.
Pachowiak hat das Friedhofskapitel hinter sich gebracht, ist zu Fuß durch den Grunewald gelatscht, hat seinem Rentner-Hacker "olle Erwin" Recherche-Aufträge erteilt, hat Kitty beim Frühsport auf der Dachterrasse ausgefragt, ist einem Gespräch mit Connychen ausgewichen, hat einen jungen, schwulen Schauspieler aus dem Fenster gehängt und hat einiges über Lucais Wohngemeinschaft erfahren. Das meiste wird - nach entsprechender Überarbeitung - funktionieren, bei den letzten beiden Kapiteln bin ich mir nicht ganz sicher. Da bin ich - durch den Zeitdruck - ein wenig zu schnell über ein paar logische Unebenheiten hinweg, kann sein, dass ich mir hier einige Fußangeln gestellt habe.
Das werde ich sehen. Ich habe aber in den letzten beiden Kapiteln auch angefangen, ein wenig zu improvisieren, was Lucias WG-Genossen angeht. Das Ergebnis ist - wie ich glaube - zwar ziemlich gut und bietet mir jede Möglichkeiten, aber jetzt muss ich ein paar Kapitel lang die Geschichte nicht nur niederschreiben, sondern muss parallel dazu einige Dinge hinzuerfinden. Das liegt mit eigentlich gar nicht, aber es geht jetzt eben nicht anders.
Ich schreibe jetzt in der zweiten Woche NaNoWriMo, und die Experten sagen, dass das die schwerste ist. Kann gut sein. Man wird sehen.

5.11.08

Tag 4 und 5

So, gerade die letzten Worte von Kapitel 5 getippt und mich halbwegs zurück in den Plan geschrieben. Kapitel 5 ist leider ziemlich schwach geworden, ich hab zuerst versucht, zuviel Fakten unterzubringen und erst zu spät realisiert, das diese Fakten vollkommen unwichtig sind und für den Leser die Auseinandersetzung zwischen Pachowiak und März vermutlich viel interessanter ist. Normalerweise würde ich morgen zurück gehen, die 5 überarbeiten und dann weiterschreiben, aber da jetzt schon (!) die Deadline des 30. November droht, verschiebe ich die Überarbeitung erst mal, vermutlich auf Dezember.
Kapitel 4 ist ziemlich gut geworden, jetzt freu ich mich auf Kapitel 6, das morgen dran ist. Da geht's auf den Friedhof Grunewald-Forst, eine Berliner Sehenswürdigkeit vom Allerfeinsten. Gestern war ich da und hab ein paar Fotos gemacht.
Pachowiak wird den Ort allerdings im Dunkeln aufsuchen.

3.11.08

Tag 3

Heute hab ich ordentlich was weggepackt, bin aktuell bei 6664 Wörtern, habe also schon ein kleines Polster angeschrieben. Das fühlt sich gut an, das macht sicher.
Zu sicher vielleicht, denn ich bin heute spontan einer Eingebung gefolgt und habe eine neue Figur und einen neuen Handlungs-Schlenker eingebaut. Ein Drogen-Dealer taucht überraschend bei Pachowiak auf und setzt ihn unter Druck, fordert ihn auf, Kitty auszuliefern. Das Auftauchen des Dealers logisch und eigentlich zwangsläufig, ich wundere mich ein bißchen über mich selbst, dass mir das beim Plotten nicht eingefallen ist. Also, es war eine logische Idee, es schien vernünftig es zu tun, also hab ich den Dealer und seine Unterhandlung reingeschrieben. Morgen werde ich seine Charakteristik nachtragen und in aller Ruhe seine Handlung zu Ende denken und notieren. Es sollte klappen.
Noch kann ich mir einbilden, den Überblick zu haben.
ICh fürchte, ich schreib einen ziemlichen Schwachsinn in dieses Blog. Sorry. Bin müde.

NaNoWriMo-Website

Ich werde das Gefühl nicht los, das es schneller geht, tausend Wörter zu schreiben als die NaNoWriMo-Homepage zu besuchen.

2.11.08

Tag 2

Heute ging's zäh. Trotzdem das zweite Kapitel geschafft, ich liege noch im Soll, auch von der Wortanzahl her. Das zweite Kapitel ist ganz okay, ich muss mich bei den Dialogen sehr zusammenreißen, damit es nicht zu Screwball-mäßig wird. Vielleicht reiß ich heute abend noch ein paar Seiten runter.
Nachtrag: Hab mich nach 22 Uhr noch mal dran gesetzt und den Word Count über die 4000er Marke gebracht. Bin jetzt mitten im dritten Kapitel. Pachowiak lehnt seinen Auftrag ab.

1.11.08

Tag 1

Das NaNoWriMo-Widget in der Sidebar funktioniert endlich: 1988 Wörter habe ich heute geschafft. Ich liege also im Plan.
Das erste Kapitel von "Der Fänger im Beton" ist fertig, Bruno Pachowiak hat sich in die Welt geprügelt. Obwohl ich weiß, dass ich dieses Kapitel (nach dem 30. November) noch ein oder mehrmals überarbeiten muss, bin ich recht zufrieden. Ich habe einen eigenen Ton für den Ich-Erzähler Pachwoiak gefunden, das wird. Perfekt wird es erst ab Kapitel vier oder fünf, und das ist okay.
Für die 8 Normseiten, die mein erstes Kapitel umfasst, habe ich ca. 3 Stunden gebraucht, von sieben bis zehn Uhr morgens. Für den Anfang ist das auch okay. Eigentlich wollte ich heute nachmittag noch ein paar Seiten schreiben, hat leider nicht geklappt. Dann eben morgen. Da wird Pachowiak sich zum ersten Mal mit Kitty unterhalten. Ich freu mich drauf. Macht spaß.