29.10.08

Mal nachsehen

Ungefähr in der Mitte des "Fänger im Beton" muss der Protagonist der Geschichte, Bruno Pachowiak, in stockfinsterer Nacht den Kreuzberg zum Denkmal hinauf rennen, um - hoffentlich - ein Menschenleben zu retten und eine grauenhafte Entdeckung zu machen. Nu könnte man sich mit Stift und Papier in den Sessel setzen, den Kopf in den Nacken legen, an die Decke stieren und sich ausdenken, was Pachowiak dabei alles passieren kann.
Viel mehr Spaß macht es allerdings, selber mit der Digiknipse in finsterer Nacht zum Kreuzberg zu gehen.

"Boah, geht ja direkt runter in die Hölle, obwohl es Berg aufgeht!" denkt man schon am Eingang, den auch Pachowiak nehmen wird. Wenig später steht man dann an einer Wand.


"Mensch, an der Wand könnte ja was stehen, irgendeine Nachricht für Pachwoiak, die noch mehr Dramatik in die Wagschale wirft. Dann müsste er aber eine Taschenlampe oder irgendeine Lichtquelle dabei haben, und das wäre nicht gut. Hmm. Überleg ich noch."

Es ist immer noch zu hell. Der Antagonist muss die Laternen sabotiert haben, sonst funktioniert die ganze Szene nicht.

Und das ist saugut. Wenn Pachowiak am Denkmal angekommen ist, kann er gar nicht sehen, was oben geschieht. Er muss mit letzter Kraft die Stufen hochklettern, muss um die Ecke biegen, ohne zu wissen, was ihn erwartet und sieht dann erst...
Gut. Das wird gut.
Eine halbe Stunde Spaziergang im Dunkeln ersetzt stundenlanges "Ausdenken".


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