31.10.08

Fünf vor 12

Okay, in ein paar Stunden geht NaNoWriMo los. Ich werde nicht - wie viele Kollegen - reinschreiben, ich bin schon seit ein paar Jahren kein Nachtarbeiter mehr. Ich werde morgen zeitig aufstehen und versuchen, das Tagespensum zu erledigen, bevor es richtig hell ist. Mal sehen, wie ich mich dann reinschreibe.
Eigentlich habe ich meine Vorbereitung vorgestern mehr oder weniger abgeschlossen, aber dann ist mir heute mittag in der U-Bahn noch eine dermaßen fetzige Figur eingefallen ... Ich bin jetzt echt in Versuchung, den Typen noch einzubauen. Allzuviel verändern müsste ich ja nicht. Andererseits, warum sollte ich ein funktionierendes Konzept verändern? Ich hab ein bißchen Sorge, dass der Typ einiges umschmeißt, wenn ich ihn auf meinen Plot loslasse. Aber es ist wirklich eine starke Figur...
Okay, morgen ist auch noch ein Tag. Morgen geht's los. Morgen weiß ich mehr.

29.10.08

So weit, so gut...

Okay, dreißig Kapitel sind konzipiert. Mein Plot steht. Ein oder zwei Übergänge scheinen mir noch etwas problematisch zu sein, das ganze ist eine mächtig-gewaltige Räuberpistole, aber die Dramaturgie stimmt (ich kenne meinen Chandler) und es sollte einen ziemlichen Spaß machen, die Geschichte zu schreiben. Ob es auch Spaß machen wird, sie zu lesen, werde ich dann ab Dezember erfahren, immer vorausgesetzt, ich traue mich dann, meinen Output irgendjemandem zu Lesen zu geben.
Am Sonnabend geht's los, was ist noch zu tun? Ein paar Locations muss ich noch aussuchen bzw. besuchen (ich hab extra eine Szene auf den Friedhof Grunewald-Forst gelegt, weil ich mir den schon immer mal anschauen wollte:)), bei ein paar Figuren steht wenig mehr als das Skelett, da muss noch Fleisch darauf gepackt werden, aber Protagonist und Antagonist stehen, scharren mit den Hufen und warten darauf, dass ich sie am Sonnabend aufeinander loslasse. Ich freue mich richtiggehend darauf.

Mal nachsehen

Ungefähr in der Mitte des "Fänger im Beton" muss der Protagonist der Geschichte, Bruno Pachowiak, in stockfinsterer Nacht den Kreuzberg zum Denkmal hinauf rennen, um - hoffentlich - ein Menschenleben zu retten und eine grauenhafte Entdeckung zu machen. Nu könnte man sich mit Stift und Papier in den Sessel setzen, den Kopf in den Nacken legen, an die Decke stieren und sich ausdenken, was Pachowiak dabei alles passieren kann.
Viel mehr Spaß macht es allerdings, selber mit der Digiknipse in finsterer Nacht zum Kreuzberg zu gehen.

"Boah, geht ja direkt runter in die Hölle, obwohl es Berg aufgeht!" denkt man schon am Eingang, den auch Pachowiak nehmen wird. Wenig später steht man dann an einer Wand.


"Mensch, an der Wand könnte ja was stehen, irgendeine Nachricht für Pachwoiak, die noch mehr Dramatik in die Wagschale wirft. Dann müsste er aber eine Taschenlampe oder irgendeine Lichtquelle dabei haben, und das wäre nicht gut. Hmm. Überleg ich noch."

Es ist immer noch zu hell. Der Antagonist muss die Laternen sabotiert haben, sonst funktioniert die ganze Szene nicht.

Und das ist saugut. Wenn Pachowiak am Denkmal angekommen ist, kann er gar nicht sehen, was oben geschieht. Er muss mit letzter Kraft die Stufen hochklettern, muss um die Ecke biegen, ohne zu wissen, was ihn erwartet und sieht dann erst...
Gut. Das wird gut.
Eine halbe Stunde Spaziergang im Dunkeln ersetzt stundenlanges "Ausdenken".


21.10.08

Stand der Dinge 21. 10. 08

Es geht voran. Heute habe ich überrascht festgestellt, dass ich schon über die Hälfte der Kapitel konzipiert habe. Ich dachte, ich müsste noch reichlich Handlung ausarbeiten, dabei sieht's jetzt so aus, als würde ich Schwierigkeiten bekommen, alle Szenen, die mir im Kopf rumschwirren, überhaupt unterzubringen. Besser so als andersrum, 19 von 30 Kapiteln sind angelegt.
Zur Karte habe ich heute ein paar Locations hinzugefügt, u. a. den Selbstmörderfriedhof. Hier werden Pachowiak und Cem ihre erste große Auseinandersetzung haben. Lucias Vater habe ich erstmal im Grand Hyatt untergebracht, ich bin mir noch nicht sicher, ob das die richtige Location für das sechste Kapitel ist, aber es passt erst mal. Dann habe ich die Mokkabar als Brunos Hauptquartier gestrichen und durch den Bierexpress am Mehringdamm ersetzt. Der Bierexpress passt besser zu Brunos schräger Persönlichkeit, er fühlt sich dort wohler. Wenn ein Loner wie Bruno sich überhaupt irgendwo wohlfühlen kann.
Daher musste ich auch den Wirt der Mokkabar in die Tonne treten, Brunos "Connection" und Sekretärin ist jetzt die Zapferin vom Bierexpress.
Und da ich einiges werde verknappen müssen, habe ich einen Computer-Spezialisten eingeführt, der für Bruno im Internet recherchiert. Da ich keinen pickligen 14jährigen nehmen wollte, bin ich auf einen kettenrauchenden Rentner verfallen, der 20 Stunden am Tag online ist und die Berliner Tageszeitungen mit querulatorischen E-Mails unter Dauerfeuer nimmt.
Ich komme voran.

aktualisierte Liste der handelnde Figuren
  • Bruno Pachowiak
  • Kitty
  • Lucia
  • Edith März, Lucias Mutter
  • Konrad März, Kittys (Stief)vater
  • Connie Schenk, Zapferin im Bierexpress, Pachowiaks "Sekretärin"
  • Erwin Lotrée, Rentner, Computer-Spezialist
  • Harald Fröhlich von der Kripo
  • Valentin, Sportstudent, WG-Mitglied
  • Cem, der "einsame Leutnant"
  • Alfred K. Bohl, Gerichtsmediziner, Pachowiaks U-Boot
aktualisierte To-Do-Liste
  • Charaktere weiter ausarbeiten
  • Karteikarten schreiben
  • fehlende Szenen ausarbeiten
  • Handlungsorte anschauen
  • Notizen machen: Redewendungen, Pointen, Beschreibungen

19.10.08

Gestrichenes kann nicht durchfallen / Stand der Dinge 19.10.08

5 Tage habe ich mich jetzt mit logischen Löchern rumgeschlagen, bis ich - eher durch Zufall als durch systematisches Nachdenken - auf die Idee gekommen bin, dass alle meine Probleme sich in Luft auflösen, wenn ich die Mutter der Antagonistin weglasse. Also denn, arrivederci Frau März, es geht besser ohne sie. Sie hätten eh nur eine gute Szene gehabt, die allerdings ein Kracher gewesen wäre.
Auf der Fahrt zu einem Familientreffen habe ich dann auch den mittleren Höhepunkt (für Campbell-Fans: die "tiefste Höhle") ausgearbeitet, es stehen jetzt also die ersten sechs Kapitel (für Campbell-Fans: bis zur Schwelle), der mittlere Höhepunkt und - in Ansätzen - der Showdown. 10 Tage habe ich noch Zeit, ich liege im Plan.
Morgen kann ich endlich mit der Karteikarten-Arbeit beginnen, eine Phase, auf die ich mich regelrecht freue. Die Karteikarten sind die Bauklötzchen des Schreibers, man kann sie wunderbar umsortieren, Szenenfolgen ausprobieren, Effekte vorbereiten... Ich freue mich auf morgen!

aktualisierte Liste der handelnde Figuren
  • Bruno Pachowiak
  • Kitty
  • Lucia
  • Edith März, Lucias Mutter
  • Konrad März, Kittys (Stief)vater
  • Ede "Konnekschen", Wirt von Pachowiaks Stamm-Café
  • Harald Fröhlich von der Kripo
  • Valentin, Sportstudent, WG-Mitglied
  • Cem, der "einsame Leutnant"
  • Alfred K. Bohl, Gerichtsmediziner, Pachowiaks U-Boot
aktualisierte To-Do-Liste
  • Charaktere weiter ausarbeiten
  • Karteikarten schreiben
  • fehlende Szenen ausarbeiten
  • Handlungsorte anschauen
  • Notizen machen: Redewendungen, Pointen, Beschreibungen

16.10.08

Berliner Treffen, die zweite

Ist dann tatsächlich richtig voll geworden, gestern abend im Glühwurm. Der Artikel in der Mirgenpost hatte offenbar richtig Wirkung gezeigt, denn als Gaby Sikorski und ich kurz vor sechs im Glühwurm eintrafen, waren schon über zwanzig Leute da, im Hinterzimmer, was wir reserviert hatten, war kaum noch ein Sitzplatz zu bekommen.
Das änderte sich - wie ich es angesichts der vielen Menschen geahnt hatte - jedoch relativ schnell. Einige waren mit erstaunlichen Erwartungshaltungen angekommen, erkundigten sich nach Qualitätskontrollen, Verlagsverträgen, eventuell zu gewinnenden Preisen...
Das alles gibt's ja bei NaNoWriMo nicht, und als wir das klargestellt hatten, gab es auch wieder Sitzplätze im Hinterzimmer. Mit denen, die geblieben sind (immerhin mehr als die Hälfte), haben wir dann aber noch eine ganze Weile intensiv und angeregt geplauscht. Viel länger, als wir vorhatten. Ich hatte noch die Quali gegen Wales im Hinterkopf gehabt, hab es dann aber erst zum Abpfiff vor den Fernseher geschafft.
Nuja, ich hatte wohl vielmehr Spaß mit den Autoren als unsere Spieler mit den Wallisern. Auf alle Fälle wollen jetzt ca. zehn Berliner Autoren bei NaNoWriMo mitmachen,. Wir treffen uns wieder am 7. November um 19 Uhr in besagtem Hinterzimmer. Und wer gestern nicht konnte oder noch nicht davon wusste, ist herzlich willkommen.

13.10.08

Charaktere "Der Fänger im Beton"

Hier ist eine Liste der wichtigsten handelnden Personen in "Der Fänger im Beton, der Detektivgeschichte, die ich während des NaNoWriMo schreiben werde. Die Liste wird laufend verändert und erweitert. Während der Vorbereitungszeit schreibe ich zu jeder Figur eine ausführliche Beschreibung.
  • Bruno Pachowiak
  • Kitty
  • Lucia
  • Edith März, Kittys Mutter
  • Konrad März, Kittys (Stief)vater
  • Ede "Konnekschen", Wirt von Pachowiaks Stamm-Café
  • Harald Fröhlich von der Kripo
  • Valentin, Sportstudent, WG-Mitglied
  • Cem, einsamer Wolf auf Neuköllns Straßen
  • Alfred K. Bohl, Gerichtsmediziner, Pachowiaks U-Boot

12.10.08

Stand der Dinge 12. 10. 08

Bis zur Stunde habe ich die Charakteristiken von Pachowiak und Kitty Lucia, meinem Protagonisten und Antagonisten weiter ausgearbeitet, Brunos "Vita" ist jetzt 6 Seiten lang, die von Kitty 4. Es werden sicher noch Seiten dazu kommen. Die Handlung für die ersten drei Kapitel habe ich in groben Zügen entworfen, sie fühlt sich schon ziemlich gut an, ich glaube, ich bin auf dem richtigen Weg, sofern es mir gelingt, ein nicht gerade kleines logisches Loch zu schließen.
Des weiteren habe ich eine Liste der wichtigsten handelnden Figuren erstellt, bisher stehen 9 Charaktere drauf, es werden mit Sicherheit noch mehr. Vielleicht mach ich heute Nacht noch ein Stündchen.

Berliner Treffen

Da hat doch die Berliner Morgenpost freundlicherweise in ihrer Ausgabe vom letzten Mittwoch auf das kleine Treffen zu NaNoWriMo hingewiesen, dass ich mit Gaby Sikorski von den Biographen organisiert habe. Wobei "organisiert" ein eher hochtrabendes Wort ist. Ich habe in einem meiner Lieblingslokale einen Tisch reserviert.
Wie dem auch sei, am Mittwoch ab 18 Uhr können alle Menschen aus Berlin, die bei NaNoWriMo mitmachen wollen oder sich für eine Teilnahem interessieren, einfach im Glühwurm am Südwestkorso vorbeischauen und sich zu uns an den Tisch setzen. Da können wir uns über die Projekte unterhalten, die jeder vorhat, im November zu schreiben, Tipps austauschen, eventuell Schreibgruppen organisieren und vielleicht ein neues Treffen organisieren.
Ich würd mich freuen, wenn's richtig voll wird.

9.10.08

Stand der Dinge 9.10.08

Grundlegende Konzeption des Protagonisten abgeschlossen. Bruno Pachowiak, 42 Jahre, mehrfach schwer verwundet, immer wieder aufgestanden. Je mehr ich mich in Bruno reinschreibe, desto sympathischer wird er mir. Schön, dich zu treffen, Bruno!
Opening, Schluss und ein Wendepunkt ungefähr in der Mitte der Geschichte sind festgelegt. An diesen "Leuchttürmen" kann ich mich beim Fortschreiben des Plots orientieren.
Auch die Antagonistin gewinnt Gestalt. Noch heißt sie Kitty Lucia. Der Name ist Scheiße.

Aktuelle ToDo-Liste:

  • Ausarbeitung der nächstwichtigen Charaktere
  • Durchstrukturieren der Handlung
  • Handlungsorte anschauen
  • Kapitelübersicht schreiben
  • Notizen machen, Notizen machen, Notizen machen: Redewendungen, Pointen, Beschreibungen
  • Who the fuck is Le Clézio?

    Philip Roth! Philip Roth! Philip Roth! 
    Dann eben nächstes Jahr.

    6.10.08

    Der Fänger im Beton

    Ich hatte ja schon angekündigt, hier das Arbeitsjournal zu führen, dass zu dem Roman gehört, den ich beim National Novel Writing Month schreiben werde. Heute geht's los, gestern abend habe ich mich für einen Plot entschieden.
    In der Schlußauswahl waren zwei Storys, zum einen eine klassische hard-boiled Privatdetektiv-Geschichte, zum anderen ein Slapstick-Action-Thriller im Carl-Hiaasen-Genre. Ich hätte viel lieber die Hiaasen-Geschichte geschrieben, habe mich dann doch aus rein pragmatischen Gründen für den Privatdetektiv entschieden. Für den Thriller hätte ich noch ziemlich viel recherchieren müssen, da hätte ein gut Teil im Innenministerium gespielt, und von den dort herumirrenden Menschen und ihren Ritualen weiß ich nichts. Die Detektiv-Geschichte spielt zu großen Teilen in Milieus die ich kenne, so dass ich nur punktuell nachrecherchieren muss. Außerdem habe ich im Krimi-Genre schon einiges gemacht, der Action-Thriller wäre echtes Neuland gewesen, und das wollte ich ungern betreten, wenn ich unter Zeitdruck schreiben muss.
    Mit dem hard-boiled-Genre hingegen bin ich bestens vertraut. Meinen Chandler und meinen Parker (um nur die am weitesten oben sitzenden Götter zu nennen) kenne ich beinahe auswendig, ich hab schon ein paar Drehbücher für eine Private-Eye-Story geschrieben, kurz, die Geschichte, die ich vorhabe zu schreiben, ist sicherlich weniger originell, dafür dürfte sie mir passen wie ein alter Schuh. Gute Vorraussetzungen, um das angepeilte Ziel von 50.000 Wörtern in einem Monat zu schaffen.
    Okay, der langen Rede kurzer Sinn: Der Arbeitstitel des geplanten Romans ist "Der Fänger im Beton".
    Das zentrale Thema des Romans ist die Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei. Ab wann heiligt der Zweck nicht mehr alle Mittel? Und falls das etwas zu allgemein ist (letztlich handelt jeder Kriminalroman von der Grenze zwischen Zivilisation und Barbarei): Verantwortung. Für sich und andere.
    Die zum Roman gehörende Logline: Ein hartnäckiger, gewaltbereiter Privatdetektiv findet ein vermisstes junges Mädchen gegen dessen Willen.
    Meine ToDo-Liste bis zum Schreibstart am 1. 11.:

    • Ausarbeitung der wichtigsten Charaktere
    • Durchstrukturieren der Handlung
    • Handlungsorte anschauen
    • Kapitelübersicht schreiben
    • Notizen machen, Notizen machen, Notizen machen: Redewendungen, Pointen, Beschreibungen
    Über Fortschritte berichte ich alle paar Tage, spätestens ab 1.11. dann täglich.

    Ende der Sommerpause, NaNoWriMo naht

    So, die lange, lange Sommerpause dieses Blogs ist vorüber. Heute starte ich mit meinen persönlichen Vorbereitungen für NaNoWriMo, dem National Novel Writing Month. Dazu gibt's etwas später ein ausführlicheres Posting.
    Für diejenigen Leser dieses Blogs (ich hoffe, es sind ein paar übrig geblieben), die überlegen, ob sie auch mitmachen sollen (In Kurzform: Es geht darum, im Monat November binnen 30 Tagen einen Roman zu schreiben) UND in Berlin wohnen, habe ich eine möglicherweise gute Nachricht:
    Ich habe bereits ein, zwei "Mittäter" um mich geschart, deshalb wird es eine Schreibgruppe zu NaNoWriMo geben. Wir werden uns im Vorfeld und während des November regelmäßig treffen, von Fortschritten und Rückschlägen berichten, uns gegenseitig Mut machen und aller erdenkliche tun, damit jegliches Mitglied unserer Gruppe im November die 50.000 Wörter knackt.
    Ein erstes Treffen für alle Interessenten findet am 15. Oktober ab 18 Uhr im Glühwurm (eine Super-Kneipe!), Südwestkorso 69a, 12161 Berlin statt.
    Für alle Nicht-Berliner. Wenn sich genug Interessenten zusammen finden, könnte ich auch eine virtuelle Schreibgruppe organisieren, in der die Schreiber sich gegenseitig via Email und mit einem kleinen Forum unterstützen könnten. Bei Interesse einfach was in die Kommentare schreiben.
    Bevor jemand fragt: Die Teilnahme an diesen Schreibgruppen ist kostenlos.