13.4.08

Das Interesse anderer Verlage

„Klappern gehört zum Handwerk.“ ist eine oft gehörte Lebensweisheit, und wer sie zitiert, hat meist so unrecht nicht. Es bringt nichts, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen, wer es versteht, sich positiv zu präsentieren, erringt meist einen Vorteil gegenüber anderen.
Wobei hier die Betonung auf „wer es versteht“ liegt. Viele angehende Autoren, die ihre ersten Erfolge noch vor sich haben, glauben, ordentlich auf die Pauke hauen zu müssen, wenn sie Ihre Manuskripte verschicken. Besonders beliebt ist es zur Zeit, in Begleitschreiben darauf hinzuweisen, dass „bereits andere Verlage Interesse an dem Manuskript angemeldet“ hätten oder dass der hoffnungsvolle Autor „bereits im Gespräch mit anderen Verlagen“ sei.
Nun ja. Haargenau das ist eben keine positive Selbstdarstellung, sondern der kreuzdämliche (und natürlich komplett zum Scheitern verurteilte) Versuch, einem Verlag Druck zu machen, in dem man den Aufkleber „Lies mich, ich bin begehrt!“ auf sein Manuskript pappt. Bloß: jeder, der schon einmal fünf Minuten in einer Verlagskantine gesessen hat, weiß, dass dieser Aufkleber zuverlässig Mogelpackungen kennzeichnet. Autoren, deren Manuskripte tatsächlich irgendwo zur Veröffentlichung anstehen, verschicken das gleiche Manuskript nicht unverlangt. Punkt.
Die oberschlauen Nachwuchsautoren erreichen mit ihrer vermeintlich „pfiffigen“ Aktion also genau das Gegenteil. Lektoren legen derart beschriebene Manuskripte meist ungelesen auf den Schrottstapel, von dem sie mit dem üblichen Formbrief an den Autor zurück gehen.
Es ist gut und richtig, sich selbst möglich positiv darzustellen. Aber wer dies unter Vorspiegelung falscher Tatsachen tut, dessen Manuskript wird in 100 Prozent der Fälle in der eigenen Bugwelle absaufen.

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