13.4.08

Das Interesse anderer Verlage

„Klappern gehört zum Handwerk.“ ist eine oft gehörte Lebensweisheit, und wer sie zitiert, hat meist so unrecht nicht. Es bringt nichts, das eigene Licht unter den Scheffel zu stellen, wer es versteht, sich positiv zu präsentieren, erringt meist einen Vorteil gegenüber anderen.
Wobei hier die Betonung auf „wer es versteht“ liegt. Viele angehende Autoren, die ihre ersten Erfolge noch vor sich haben, glauben, ordentlich auf die Pauke hauen zu müssen, wenn sie Ihre Manuskripte verschicken. Besonders beliebt ist es zur Zeit, in Begleitschreiben darauf hinzuweisen, dass „bereits andere Verlage Interesse an dem Manuskript angemeldet“ hätten oder dass der hoffnungsvolle Autor „bereits im Gespräch mit anderen Verlagen“ sei.
Nun ja. Haargenau das ist eben keine positive Selbstdarstellung, sondern der kreuzdämliche (und natürlich komplett zum Scheitern verurteilte) Versuch, einem Verlag Druck zu machen, in dem man den Aufkleber „Lies mich, ich bin begehrt!“ auf sein Manuskript pappt. Bloß: jeder, der schon einmal fünf Minuten in einer Verlagskantine gesessen hat, weiß, dass dieser Aufkleber zuverlässig Mogelpackungen kennzeichnet. Autoren, deren Manuskripte tatsächlich irgendwo zur Veröffentlichung anstehen, verschicken das gleiche Manuskript nicht unverlangt. Punkt.
Die oberschlauen Nachwuchsautoren erreichen mit ihrer vermeintlich „pfiffigen“ Aktion also genau das Gegenteil. Lektoren legen derart beschriebene Manuskripte meist ungelesen auf den Schrottstapel, von dem sie mit dem üblichen Formbrief an den Autor zurück gehen.
Es ist gut und richtig, sich selbst möglich positiv darzustellen. Aber wer dies unter Vorspiegelung falscher Tatsachen tut, dessen Manuskript wird in 100 Prozent der Fälle in der eigenen Bugwelle absaufen.

Sonntags Capote

Und noch ein Lesetipp: Daniel Kehlmann schreibt über eine Ausgabe der Reportagen des hierzulande als Stilbildner sträflich unterschätzten Truman Capote.

11.4.08

Tatort-Autoren

Sorry, zur Zeit langt's zeitlich nicht zu mehr als zu den Hinweisen auf die gute Arbeit anderer. Unbedingt reinschauen: SPIEGEK Online hat 10 Tatort-Autoren interessante Fragen gestellt.

10.4.08

Ken Follett über das Schreiben

"Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt etwas Romantisches am Schriftstellerdasein gibt. Ich mag es und ich kann es, aber ich sehe da nichts Romantisches."
Äußerst lesenswertes Interview mit Ken Follett.