8.1.07

Einzelkämpfer

Wieso sind nur so viele Menschen, die mit dem Schreiben beginnen, der unerschütterlichen Ansicht, sie müssten sämtliche Probleme, die sich ihnen stellen, allein im stillen Kämmerlein lösen? Woher kommt dieser offensichtlich hammerhart festsitzende Irrglaube, dass es Aufgabe eines Autors ist, verwachsen mit seinem Schreibtischstuhl seine Probleme und die der ganzen Welt durch schieres Nachdenken zu lösen?
Kein Mensch aus meinem erweiterten Bekanntenkreis, der seinen Lebensunterhalt ganz oder teilweise mit dem Schreiben verdient, arbeitet so. Wenn ein Profi auf eine Frage stößt, die er selbst nicht sofort beantworten kann, dann sucht er meist den schnellsten bzw. mühelosesten Weg zur Antwort: Er fragt seinen Lektor, wenn es um ein erzählerisches Problem geht. Oder er fragt einen Experten, wenn es um ein sachliches Problem geht. Insbesondere englische und amerikanische Autoren haben keinerlei Probleme, sich zu dieser (in meinen Augen einzig sinnvollen) Arbeitsweise zu bekennen: Die „Danksagung“ in vielen englischen Büchern zieht sich oft über mehrere Seiten hin, auf denen der Autor all die Menschen auflistet, die ihm mit Rat und Tat beim Schreiben des Buchs behilflich waren.
Auf diese Art und Weise (Nachfragen und Recherchieren) zu arbeiten, hat noch einen weiteren großen Vorteil: Sie macht Spaß.

Keine Kommentare: