5.12.06

Eifel-Recherche

Als Ergänzung zum letzten Beitrag möchte ich von einem Wochenende erzählen, dass ich vor ein paar Jahren in der Eifel verbringen konnte. Organisiert von Krimi-Autor Jacques Berndorf trafen sich Autoren, Aficionados und Eifel-Fans, um gemeinsam mit Berndorf auf den Spuren seiner Krimis zwei Tage lang die Eifel zu durchstreifen. Herrlich!
Und verblüffend. Denn wenn man gemeinsam mit dem Autor die Schauplätze der Berndorf-Krimis besuchte, wurde einem schlagartig das Erfolgsgeheimnis von Berndorfs "Eifel"-Serie um den ermittelnden Journalisten Siggi Baumeister klar: Authentizität. Berndorf (be)schreibt das, was er kennt. Er selbst war jahrzehntelang äußerst erfolgreich als Journalist tätig und hat sich mit Baumeister ein Alter Ego von äußerster Wahrhaftigkeit geschaffen. Und wenn man die Schauplätze der "Eifel"-Krimis besucht, merkt man sofort: Berndorf ist vor Ort gewesen. Wenn er von einer maroden Krüppelkiefer an der Kreuzung zweier Waldwege schreibt, dann kann man sich darauf verlassen, dass es diese Kreuzung mit der maroden Kiefer genau da gibt, wo er sie reingeschrieben hat.
Letztlich sucht Berndorf sich für einen Roman ein Thema, das er als erstes akribisch recherchiert. Dann recherchiert und besucht er die für sein Thema relevanten Schauplätze und Figuren in der Eifel, und dann "legt er ein paar Leichen in die Eifel", wie er sagte.
Ein ganz großer Vorteil dieser Arbeitsweise ist der Spaß, den sie dem Autor macht. "Warum soll ich mir das alles mühsam am Schreibtisch ausdenken, wenn ich stattdessen zwei Stunden im Wald spazieren gehen kann?"

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