10.9.06

Schreiben, denken, inspiriert sein...

Writingwomans Autorenblog: Mach mir eine Szene!:
"Der allermagischste Moment ist jener, wenn ich Szenen schreibe, ohne zu wissen, woher die ganzen Infos plötzlich kommen. Es gab Momente, in denen habe ich mich gegruselt, weil ich nicht wussste, wer da schreibt."
Wenn’s so richtig läuft und die Szene wie von alleine entsteht, fühlt es sich tatsächlich magisch an, aber ich glaube, die Ursache dieser Magie ist einfach und noch nicht mal sonderlich magisch. Man denkt ja nach, während man schreibt, und zumindest ich kann meine Gedanken wesentlich besser kanalisieren und strukturieren, während ich schreibe. Und - ganz wichtig - wenn man etwas aufschreibt, ist man auch den Zwang los, es sich merken zu müssen, und das scheint tatsächlich irgendwie Platz für etwas neues zu schaffen.
Ich habe unlängst eine Dame gecoacht, die ein Buch über ihren Vater schreiben möchte. Zu meiner Verwunderung hatte sie sich noch gar keine Notizen gemacht und hatte überhaupt keine Lust dazu (”Ich muß mir das nicht aufschreiben, ich kenn doch meinen Vater!”). Als ich sie dann dazu gebracht habe, doch probehalber mal ein paar Ideen aufzuschreiben und eine mögliche Struktur ihrer geplanten Geschichte stichwortartig zu notieren, konnte sie gar nicht mehr aufhören und fing an, sich auch an längst vergessene Dinge zu erinnern. Ich glaube, man kann “Inspiration” auch herbeischreiben, wenn man’s denn zielgerichtet tut.

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