8.2.06

Sudoku

Gestern saß meine liebe Frau in der U-Bahn, flinken Geistes ein Sudoku-Rätsel ausfüllend. Dabei kam sie mit einem jungen Mann – ebenfalls Sudoku-Löser – ins Gespräch, der ihr von seiner Freundin erzählte, die jedes, auch das allerschwierigste Sudoku in 15 Minuten ausfüllen könne. Und bei jedem Rätsel zuerst komplett die unterste Zeile ausfüllt.

Rums. Was für ein phantastisches Detail. Nicht unbedingt die Idee für den großen deutschen Gegenwartsroman, aber eine phantastische Möglichkeit, in einer Geschichte einen sympathischen, beinahe sturen Individualisten zu charakterisieren. Die „Untere-Zeile-Zuerst-Ausfüllerin“ liegt bereits in meinem Zettelkasten und wird irgendwann in naher Zukunft sicher Verwendung finden.

Dies ist ein typisches Beispiel für ein Detail, dass kein Autor dieser Erde sich am Schreibtisch ausdenken kann. Deshalb sollte man, wenn man schreibt, immer offenen Auges, offenen Ohres und mit Notizblock durch das Leben gehen. Solche vom Leben geschriebenen Perlen wie die Sudoku-Dame aufzusammeln, macht Spaß, erleichtert die spätere Arbeit und – die eigenen Stories werden durch solche Details besser.

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