6.2.10

Dear Jerry

Mein Gott, was wäre das für ein Buch: "Briefe an J. D. Salinger" Hier ist ein wunderschöner Text von jemandem, der diese Briefe beantwortet hat.

25.1.10

Wall-Werbung

Zur Zeit schlage ich jeden Sonntag den neuen SPIEGEL auf (ja, in Berlin bekommt man ihn schon sonntags am Kiosk) und schaue als erstes auf die Bestsellerliste. Weil ich wissen will, ob ein bestimmtes Buch schon wieder NICHT drauf steht. Nicht, weil ich einem Autor oder einem Verlag den Erfolg missgönne, sondern weil gerade eine meiner Thesen aufs schönste bestätigt wird: nämlich das konventionelle Werbung für Bücher nichts bringt, bzw. nicht soviel bringt wie manche Menschen meinen.
"Wenn der Verlag richtig Werbung für mein Buch machen würde, dann würde es sich viel besser verkaufen!", ist der klassische Stoßseufzer vieler Autoren, egal ob Newcomer oder Bestsellerautor (sogar Thomas Bernhard beschwerte sich mit schöner Regelmäßigkeit bei Siegfried Unseld, dass Suhrkamp nicht genug Anzeigen für seine Bücher schalte). Die Richtigkeit dieser Ansicht stelle ich schon seit Jahren gern und lautstark in Frage, aus einem - sehr simplen - Grund: Ich selbst kaufe so gut wie nie Bücher auf Grund von Anzeigen oder Plakatwerbung. Ausnahmen sind Bücher meiner Lieblingsautoren, also wenn ich z. B. zufällig aus einer Anzeige erfahre, dass der neue Suter oder der neu Le Carré im Handel sind, dann eile ich natürlich in die nächste Buchhandlung. Doch diesen Effekt hätte der Verlag auch mit klassischer PR haben können.
Ich bleibe dabei: Beim Buch schlägt die Mundreklame jedes andere Vermarktungsmittel. Bücher sind keine Mitnahmeartikel, die der interessierte Leser wie eine neue Kaugummisorte mal eben zum Ausprobieren mitnimmt, mit einem Buch wird der Leser mehrere Stunden allein verbringen, und dementsprechend sorgfältig wählt er es aus. Und wenn ein Buch ihn nicht interessiert, dann bringt ihn kein Werbe-Etat dieser Welt dazu, es trotzdem zu kaufen.
Der Beleg für meine These (und der Grund, warum ich den SPIEGEL bei der Bestsellerliste aufschlage) ist das Buch "Aus dem Jungen wird nie was..." von Hans Wall. Eine derart massive Werbekampagne für ein Buch habe ich noch nie gesehen bzw. ich kann mich nicht daran erinnern, jemals eine solche gesehen zu haben. An beinahe jeder Berliner Bushaltestelle und Litfaßsäule wird seit einigen Wochen großflächig für dieses Buch geworben. Kein Kunststück, denn Wall ist Gründer der Wall AG, des Unternehmens, das Buswartehäuschen (ist das das korrekte Wort) und Litfaßsäulen aufstellt, wartet und deren Werbeflächen vermarktet. Den Heyne Verlag, in dem Walls Buch erschienen ist, hätte eine solch massive Werbung (ich weiß nicht, wie's in anderen Städten ausschaut) eine hohe sechs- bis siebenstellige Summe gekostet, ich gehe mal davon aus, dass Wall gratis für sein Buch wirbt, denn... refinanzieren lässt sich eine solche Werbung aus den Buchverkäufen nicht. In der SPIEGEL-Bestsellerliste taucht Wall nicht auf, bei amazon nimmt sein Buch momentan Verkaufsrang 5420 ein (letzte Woche lag es mal bei 2.500). Das dürften nicht allzuviel verkaufte Ex. pro Tag sein: fünfzig, vielleicht hundert? Genau weiß man das bei amazons Ranking-System nicht.
Nichtsdestoweniger ist das sehr respektabel für die Memoiren eines Unternehmers, der nicht regelmäßig in den Klatschspalten auftaucht, gemessen am Werbeaufwand ist es enttäuschend. Aber ein solches Ergebnis war letztlich zu erwarten. Die Memoiren eines erfolgreichen mittelständischen Unternehmens enthalten möglicherweise viele Weisheiten von beeindruckender Klarheit, massenmarkt-tauglich sind sie mit Sicherheit nicht.
Natürlich ist es die Sache von Herrn Wall, wie er für sein Buch wirbt. Es ist toll, wenn ein Autor soviel für sein Buch tut. Einem Verlag hätte eine solche Kampagne finanziell das Genick gebrochen.

21.1.10

Robert B. Parker gestorben

Es wird keine Geschichten mit Spenser und Hawk mehr geben. Das macht einen verdammt traurig.

19.1.10

Unwort des Jahres

Nu isses raus "betriebsratsverseucht" ist das Unwort des Jahres. Auf den Plätzen landeten "Flüchtlingsbekämpfung", "intelligente Wirksysteme" und "Bad Bank". Ausführlicher nachzulese u. a. bei SpOn.

16.12.09

Idiotisches Glück?

Was für eine schöne Geschichte: Ein populärwissenschaftliches Buch über Physik, das auf einem Foto im Innern von Tiger Woods' Unfallwagen zu sehen war, legt mehr als beachtlich im Verkaufsrang zu: Von Platz 396,224 auf 2,268 derAmazon-Verkaufsrangliste ist das (vergriffene) Buch geklettert, und - laut Glaserei, wo ich auf diese Geschichte aufmerksam wurde - hat der Verlagsexperte Jim Milliot auch eine Fachbezeichnung für diese Art Buchmarketing-Strategie parat: "Idiotisches Glück"!
Manischen Geschichten-Erfindern wie mir fällt dabei natürlich sofort eine Frage ein, mit der man aus diesem Detail mehrere phantastische Geschichten herausholen könnte: "Was wäre, wenn dieses Buch nicht zufällig dort lag?"

8.12.09

About Arno Schmidt's Nachlass

Sollte hier jemand vorbeilesen, der einer amerikanischen Universität, die ein germanistisches Institut hat, etwas sehr, sehr gutes tun will, möge mal bei David Winer vorbeiklicken.
Unfassbar, was für Schätze im Netz zu heben sind.

1.12.09

Empfehlenswert: Dropbox

Wer - wie ich - des öfteren Dateien auf mehreren Computer (der Bürorechner, der Zuhause-Rechner, der Laptop...) bearbeiten muss, der weiß, dass es keine kleine Aufgabe ist, auf allen Computern die jeweils aktuellste Version der zu bearbeitenden Dateien zur Verfügung zu haben. Munter mailt man ständig Dateien an sich selbst oder trägt einen USB-Stick mit sich herum krabbelt unter den Schreibtisch, um ihn einzustöpseln und stellt dann fest, dass man die letzte Version der Datei doch auf die Platte und nicht auf den Stick gespeichert hat.
Das muss nicht sein, wenn man Dropbox benutzt, einen Service, der einem nicht nur kostenlos 2 GB Speicherplatz im Internet zur Verfügung stellt, sondern auch eine Software, die die im Internet gespeicherten Daten mit denen auf beliebig vielen eigenen Rechnern synchronisiert.
Die Bedienung ist denkbar einfach: bei Dropbox registrieren, Software runterladen und installieren, dem eigenen Rechner einen Namen geben und einen lokalen Dropbox-Ordner anlegen. Alles, was man dort reinspeichert, wird mit dem Dropbox-Account synchronisiert. Das wiederholt man mit allen Rechnern, auf denen man die Daten zur Verfügung haben will, alles andere geschieht automatisch.
Und da man so angelegte Ordner auch für andere User freigeben kann, ist das ganze auch für Arbeitsgruppen sehr nützlich, die Dokumente gemeinsam bearbeiten wollen oder müssen.
Das ganze ist unkompliziert, intuitiv bedienbar und kostenlos (bis 2 GB, wer mehr Daten speichern will, muss löhnen). Ich benutze es seit gestern, alles, was ich versucht habem, hat bestens funktioniert. Zur Sicherheit hab ich mal nach Problemen mit dem Dienst gegooglet und keine gefunden. Daher empfehl ich die Dropbox mal. Erleichtert die Arbeit.